Als mich der britischen Designer Andrew Stafford im Kapuzenpulli und mit Klapprad unterm Arm bei einer seiner Ausstellungen im urigen Londonder Viertel Shoreditch abholte, ahnte ich, dass dies kein gewöhnliches Interview werden würde.
Wir sprachen über vieles. Auch über Design. Aber auch über vieles andere. Denn Andrew Stafford geht mit offenen Augen durch die Welt. Es sind die kleinen Geschichten, die ihn interessieren und die er mit seinem Design erzählen möchte.
In den späten 80er Jahren schloss er sein Möbeldesignstudium ab und arbeitete für mehrere Möbelhersteller, positionierte sich allerdings immer zwischen Design und Kunst. Mit Seit er selbst Vater wurde, scheinen Produkte und Möbel für Kinder zu seiner Leidenschaft geworden zu sein. „Es macht Spass für Kinder zu entwerfen," so Stafford. „Kinder möchten zu allem eine Geschichte hören – sie sind sehr dankbare Benutzer."
Die Baby Box oder der „zeitgemässe Moseskorb" ist eine Krippe für Neugeborene und ein Archiv für Kindheitserinnerungen. „Fragile" steht auf der Vorderseite und macht auf den kostbaren Inhalt aufmerksam. Die „Delivery adress" zeigt Adebar wo es hin gehen soll.
Der Türstopper Swiss beweist, dass Schweizer Käse nicht nur schmeckt, sondern dass man mit ihm auch wunderbar Türen offen halten kann. Der gelöcherte Gummikeil ist bei verschiedenen Onlineshops erhältlich.
Das Alphabetti Biscotti ist ein hölzernes Wandpuzzle für den britischen Kindermöbelhersteller Orekakids. Die Plastikbuchstaben und Zahlen, die an Russisch Brot erinnern, haben verschiedenen Farben und unterscheiden Vokale von Konsonanten und ungerade von geraden Zahlen.
Stafford's charmante Objektsprache zeigt die Ironie und Poesie, die seine Gestaltung prägt. Das variable Siegertreppchen ist noch in der Entwurfsphase aber soviel kann ich schon verraten: Seine Geschichte ist schön.