Die Welt der Bücher und Bilder sollte einem Kind so früh wie möglich eröffnet werden. Die beiden Bücher „Black on White" und „White on Black" von der Amerikanerin Tana Hoban bieten hierzu eine fantastische Möglichkeit. Schon ein wenige Wochen altes Baby wird die auffälligen schwarz weiß Kontraste bestaunen. Sind diese doch die ersten, die Babys Augen wahrnehmen können. Das Anfassen und Greifen der festen Pappseiten der handlichen, quadratischen Bücher stellt ebenfalls einen ersten Kontakt zum Medium Buch und somit zum späteren Betrachten und Lesen her.
Abgebildet sind in beiden Büchern Dinge des Alltags, die jedes Kind kennt: eine Flasche, ein Tedddybär, ein Schlüsselbund, eine Brille, ein Eimer und vieles mehr. Besonders in dem Buch „Black on White" wirkt das Scherenschnitt Verfahren so großartig, dass man glauben könnte, die Dinge vor sich auf dem Tisch liegen zu haben – sie erscheinen fast greifbar. Aber auch die weißen Gegenstände, die einem in „White on Black" aus dem dunklen Hintergrund geradezu entgegen leuchten sind faszinierend. Auch und Gerade weil sie dadurch ein bisschen ungewöhnlich und fremd erscheinen.
Aber nicht nur Babys, sondern auch ältere Kinder (2 bis 4 Jahre ) werden sehr viel Freude an diesen Büchern haben. Im Gegensatz zu den sonst oftmals allzu bunten und grellen Bildern in Kinderbüchern wird sich hier nur auf das Wesentliche beschränkt. So bleibt genug Raum, die Gegenstände nicht nur zu erkennen und zu beschreiben, sondern auch gemeinsam mit dem Kind darüber zu sprechen. („Wo befinden sich diese Dinge bei uns zu Hause?" „Was kann man damit machen" etc etc).
Welche der beiden Darstellungsweisen besser „ankommt" ist sicherlich von Kind zu Kind verschieden. Empfehlenswert sind auf jeden Fall beide Bücher.
Tana Hoban
„Black on White" and „White on Black"
Greenwillow Books
New York 1993