In diesem außergewöhnlichen Bilderbuch reihen die Künstler Katy Couprie und Antonin Louchard Zeichnungen, Collagen, Fotos und Bilder von Plastiken aus den unterschiedlichsten Materialien aneinander und schaffen so Assoziationsketten, die die Fantasie anregen und kreatives Denken fördern.
Manchmal erinnert das Buch an eine Internet Suchmaschine, die zu einem bestimmten Thema die unterschiedlichsten Bilder liefert. Ein Buch ganz ohne Worte. Die Geschichten entstehen beim Betrachten und darüber Sprechen. Es dauert eine Weile bis einem auffällt, dass die Bilder nicht einfach zusammengewürfelt sind, sondern kleine Geschichten bilden. Der Regentropfen leitet über zu einem Bach, am Rande des Baches sitzt ein junges Paar, im Wasser tummeln sich Fische. So beziehen sich die Bilder aufeinander und halten immer wieder neue Überraschungen parat. Die Kinder lernen spielerisch, die Bilder gedanklich zu verknüpfen.
Das Hauptthema des Buches „Die ganze Welt" ist der Mensch. Vom Embryo bis zur Greisin wird er auf jede nur erdenklichen Weise dargestellt. Ob auf einem Ultraschallbild, auf einer Höhlenzeichnung, aus Erde oder Pappmaché geformt - Die Darstellungsmöglichkeiten scheinen unendlich. Dadurch wird eindrucksvoll verdeutlicht, wie unterschiedlich Dinge wahrgenommen, dargestellt und gesehen werden können. Es gibt aber immer wieder thematische Ordnungen, so dass die kleinen Betrachter in der Flut der Bilder nicht verloren gehen.
Um das Schema dieses Buchs nachvollziehen zu können, sollten Kinder mindestens vier Jahre alt sein – nach oben sind altersmäßig keine Grenzen gesetzt. Alle werden durch dieses Buch wieder zu staunenden Kindern.
Katy Couprie und Antonin Louchard arbeiten als freie Künstler und lehren Kunst in Paris und in der französischen Provinz. „Die ganze Welt" war bislang ihr größter Bucherfolg und wurde zurecht mit dem deutschen Jugendliteraturpreis 2002 ausgezeichnet.
Katy Couprie und Antonin Louchard
"Die ganze Welt"
Gerstenberg Verlag
Hildesheim 2001