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FAMILIE UND FREUNDE.

 

Ihr Kind von 1 bis 1 1/2 Jahren

Noch erkennt ihr Kind nicht selber, wann etwas gefährlich werden könnte.
Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, solche Situationen vorauszusehen und Ihr Kind davor zu schützen.

Vergiftungen

Zum Erkunden der Umwelt dienen dem Kind Augen, Ohren, Hände und vor allem auch der Mund. Alle erreichbaren Gegenstände werden in den Mund genommen, kleinere oft verschluckt. Beobachtet das Kind, wie Erwachsene Tabletten und Medikamente einneehmen, kann das gefährlich werden. So kann es z.B. Pillen, die mit einer bunten Zuckerschicht überzogen sind, für Bonbons halten.
Das Toxikologische Informationszentrum in Zürich hat festgestellt, dass sich ca. 30% aller Vergiftungen bei Kindern durch Medikamente ereignen. Benahe ebenso viele sind auf sogenannte Publikumsprodukte (Abwaschmittel, Waschmittel, Düngemittel, Badezusätze, Entkalkungsmittel usw. zurückzuführen.

Was Sie tun können:

-Wenn Sie bei Reinigungsarbeiten unterbrochen werden (Telefon, Hausglocke),
nehmen Sie entweder das Kind mit sich oder stellen Sie das Putzmittel aus seiner Reichweite.

-Bewahren Sie die Reinigungsmittel nicht unter dem Ausguss in der Küche oder auf den unteren Schranktablaren auf, wo das Kind sie leicht finden und „ausprobieren" kann.

-Lassen Sie Arzneimittel nie in Reichweite des Kindes herumliegen. Medikamente gehören grundsätzlich in einen kindersicher verschlossenen Schrank, mindestens 160 cm über dem Boden.

Verbrennungen und Verbrühungen

Das Risiko, Verbrennungen und Verbrühungen zu erleiden, ist bei Kindern, die gerade erst begonne haben zu gehen, besondrs gross. Jährlich werden z.B an der Chirurgischen Kinderklinik der Universität Bern rund 30 Kinder zwischen 1 und 2 Jahren wegen Verbrühungen behandelt, d.h. mehr als 2 pro Monat.
In diesem Alter besteht schon Lebensgefahr, wenn nur 15% der Haut zerstört werden (bei Erwachsenen 40%). Mehr als die Hälfte aller Verbrühungen erfolgt durch heissen Tee, Kaffee, Suppe usw. in der Küche und am Esstisch. Weitere Gefahrenquellen sind herumstehende Eimer mit heissem Wasser sowie heisse Öfen, Luftbefeuchter und Bügeleisen.

Was Sie tun können:

Lassen Sie keine Gefässe mit heissem Wasser oder Ähnliches herumstehen.
Stellen Sie heisse Heizkörper und Luftbefeuchter (Heisswassergeräte, deren Inhalt überschwappen kann) ausser reichweite von Kindern auf oder bringen Sie nötigenfalls Schutzgitter an.
Lassen Sie Kinder nei allein an einem gedeckten Tisch.
Am besten setzen Sie Ihr Kind in einen Kindersitz und achten darauf, dass es von seinem Platz aus keine gefährlichen Gegenstände ( heisse Teekannen, Suppenschüsseln usw. erreichen kann).

Ersticken

Die Gefahr des Erstickens besteht beim Verschlucken von kleinen Objekten wie Knöpfen oder Spielzeugteilen oder durch einen über den Kopf gestülpten Platiksack. Dieser schmiegt sich eng an das gesicht an und verschliesst Mund und Nase. Das Kind erstickt, wenn es sich nicht selbst befreien kann.

Was Sie tun können:

Überlassen Sie Kindern keine Plastiksäcke zum Spielen und bewahren Sie sie ausserhalb Ihrer reichweite auf.
Achten Sie darauf, dass keine kleinen Gegenstände wie Knöpfe Murmeln, Reissnägel, Büroklammern etc. herumliegen.

Stürze

Bei ersten Geh- und Kletterversuchen des Kindes sind Stürze recht häufig und meistens harmlos.
Obwohl seine Bewegungen oft ungelenk wirken, reagiert es spontan richtig und fällt, ohne sich weh zu tun. Mögliche folgenschwere Stürze sind weitgehend vermeidbar, wenn gefahren, die für das Kind noch nicht erkennbar sind, beseitigt werden.

Was Sie tun können:

-Sichern Sie Büchergestelle u.Ä. gegen das Umstürzen, indem Sie sie mit Metallwinkeln an Wand und Decke festschrauben.

-Entfernen Sie leicht umstürzende Möbel aus dem Spielzimmer.

-Lassen Sie ihr Kind nicht unbeaufsichtigt in Räumen spielen, in denen sich Einrichtungsgegenstände befinden, die sie erklettern und von denen sie herunterstürzen könnten.

-Bringen Sie vor Treppen Schutzgitter an, damit das Kind nicht herunterfallen kann.

Elektrounfälle

Wen das Kind in seiner Entdeckungsfreude an Steckdosen hantiert, beschädigte Kabel oder Stecker in die Hand oder gar in den Mund nimmt, besteht die Gefahr von Elektrounfällen.
Lehren Sie ihr Kind konsequent, mit Strom umzugehen. Durch geeignete Massnahmen sind Elektrounfälle weitgehend vermeidbar.

Was Sie tun können:

-Achten Sie darauf, dass keine unbenützten Kabel herumliegen.
Diese verleiten das Kind zum Experimentieren und Basteln.

-Wechseln Sie beschädigte Kabel oder Stecker sofort aus.
Bringen Sie an Steckdosen Schutzstecker mit isolierenden Sperrstiften an oder lassen Sie vom Installateur Sicherheitssteckdosen mit Kindersicherung einbauen, Stricknadeln, Nägel oder ähnliche Gegenstände können so nicht in die Löcher eingeführt werden.

Im Auto

Kinder müssen mit einer Kinderrückhaltevorrichtung, die der jeweiligen Prüf-Norm
Ihres Landes entsprechen, gesichert werden, auch auf den Rücksitzen.
Alle Insassen des Autos sollten sich angurten!

Was Sie tun können:

Platzieren Sie Ihre Kinder wenn möglich auf den Rücksitzen und sichern Sie es mit einer seinem Gewicht und Alter entsprechenden Rückhaltevorrichtung.
Kleine Kinder sollten nicht an einem mit Airbag ausgerüsteten Platz sitzen!
Verwenden Sie einen nach Ihrer Landesnorm geprüften Kindersitz (in der Schweiz nach ECE geprüft, Genehmigungsnummer beginnt mit 03).

Quelle:
bfu Kinderpost
Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung

Wichtige Nummern:

Toxikologische Informationszentrum in Zürich
+41-(0)1 2515151

Giftnotrufzentralen in Deutschland
München +49-(0)89-19 240
Berlin +49-(0)30 19240
Freiburg +49-(0)761-19 240

Vergiftungsinformationszentrale Wien (+43-(0)1-406 43 43)

 
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